Die Gründung der Musikkapelle Pischelsdorf erfolgte im Jahr 1922. Die bekannte Enthammer- (Weinberger) Musik, die vor dem 1. Weltkrieg aus zwölf Brüdern bestand, war auch in Pischelsdorf bei festlichen Anlässen und Hochzeiten engagiert. Am Kranzltag 1922 erschienen die Musiker trotz Vereinbarung nicht zur Prozession und so waren die Vereine und der Kirchenchor ohne musikalische Begleitung. Daraufhin beschloss man, eine eigene Kapelle zu gründen. Dies wurde vom damaligen Pfarrer Schachinger unterstützt. Der stellte drei alte Instrumente zur Verfügung. Einige andere junge Männer kauften sich gebrauchte für die sie teilweise ein halbes Jahr sparen mussten und begannen mit dem Unterricht. Am heiligen Abend des gleichen Jahres erklang vom Pischelsdorfer Kirchturm das Weihnachtslied "Stille Nacht, Heilige Nacht". Dies war die Geburtsstunde der Musikkapelle Pischelsdorf.
 
Das erste Foto entstand 1925 worauf auch alle Gründungsmitglieder zu sehen sind:
stehend: Franz Schwarzenhofer, Josef Rehrl sen., Karl Kreil, Ambros Pasch
sitzend: Friedrich Lochner, Josef Pflug, Josef Mühlbacher, Thomas Kreil
vorne: Johann Lochner und Josef Burger

Gründungsmitglieder: Josef Rehrl sen., Karl Kreil, Ambros Pasch, Friedrich Lochner, Josef Pflug, Josef Mühlbacher, Thomas Kreil

 
Personell gab es in den folgenden Jahren Zu- und Abgänge aber der Gründungsgedanke, das gemeinsame Musizieren zu pflegen und durch gemeinsames Üben das Repertoire zu vergrößern, brachte gute Erfolge! Die hohen geistlichen Feste und Begräbnisse konnten mit musikalischer Umrahmung feierlich gestaltet werden. Durch das Mitwirken der Musikkapelle Pischelsdorf bei Faschings- und Tanzveranstaltungen sowie weltlichen Festen wurden diese meist zu unvergesslichen Ereignissen. 
 
Den Gründungskapellmeister Karl Kreil löste 1928 Josef Kücher (Pollhammer) ab. Auch als Obmann, jeztiger Ehrenobmann, stand er der Kapelle mit Rat und Tat zur Seite. Ihm ist es zu verdanken, dass im Herbst 1940 eine Musikschule in Pischelsdorf unter der Leitung von Hans Kolbenschlag ins Leben gerufen wurde. Dieser entsprossen musikbegeisterte Kameraden die zum Teil noch heute aktiv in unserer Gesellschaft stehen. Bedingt durch den 2. Weltkrieg musste Musiklehrer Kolbenschlag die Ausbildung der jungen Musiker an Karl Weinberger übergeben, der ein Mitglied der berühmten Enthammer-Kapelle war. Musikalisches Können sowie Enthusiasmus zur Musik hat er verdienstvoll in die Herzen der jungen Bläser gepflanzt. Nach seinem Tode 1943 übernahm Anton Gaisberger bis zum Kriegsende die Leitung der Musikschule.
 
1944  erfuhr die Lebensgeschichte der Musikkapelle durch die Umsiedlung von Mozarteumsprofessor Josef Burggraf von Salzburg nach Pischelsdorf entscheidende Impulse. Als sich nach dem Ende des 2. Weltkrieges in unserem Dorf die Lebensverhältnisse wieder normalisierten, fanden sich auch die Mitglieder der Musikkapelle Pischelsdorf wieder zusammen.
 
"Musikerziehung ist des Wortes wahrer Bedeutung" hat Prof. Burggraf expliziert und er hat gelehrige und talentierte Schüler in Pischelsdorf gefunden. Diese Wechselbeglückung von Lehren und Lernen hat für die Musikkapelle schöne Erfolge gebracht, die bei Preis- und Wertungsspielen errungen worden waren. Von seinen Schülern vertrauensvoll "Musikvater" genannt, hat Prof. Burggraf über den musikalischen Gemeinschaftsunterricht hinaus in der individuellen Talentpflege großes pädagogisches Geschick bewiesen. Dafür sind die Namen "Operntenor Hans Krotthammer" und "Prof. Josef Werndl" bedeutsames Zeugnis.
 
Nach der Ära Burggraf standen unserer Kapelle der Militärmusiker Karl Weinberger jun. und Prof. Josef Werndl als Kapellmeister zur Verfügung. Eigenkompositionen von Werndl konnten durch unsere Kapelle mit großem Erfolg zum Vortrag gebracht werden. 
Nach Alfred Kreil  folgte Johann Sengthaler als Obmann. Sein Nachfolger ist Karl Huber, der seit 1996 die Geschicke der Kapelle leitet. 1992 wurde nach Josef Giger Herbert Kücher neuer Kapellmeister der Ortsmusik.
 
 
Einige bekannte Namen:

Ehrenobmann Josef Kücher (Pollhammer) erlernte das Flügelhorn bei den Weinberger- Brüdern. Er trat 1927 der Kapelle bei und wirkte viele Jahre als Kapellmeister.

Leider ging er am 08. Juni 2002 von uns. Wir werden dich immer in guter Erinnerung bewahren!

Prof. Josef Burggraf (links) war Militärmusiker und Musiklehrer am Mozarteum in Salzburg. Er fand in den letzten Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren Aufnahme bei der Pollhammerfamilie. Prof. Burggraf bildete viele Musiker aus, vorwiegend Klarinettisten.

Hans Krotthammer (rechts) war Opernsänger und auch mehrere Jahre Mitglied der Musikkapelle Pischelsdorf.

Prof. Joseph Werndl ist pensionierter Domkapellmeister von Passau. Er war ebenfalls Kapellmeister und aktiver Musiker.
Ehrenkapellmeister Josef Giger erlernte in den Kriegsjahren bei Hans Kolbenschlag das Eufonium und war 22 Jahre Kapellmeister.
Altbürgermeister Josef Rehrl trat 1944 der Kapelle bei. Er wirkte als Kapellmeister, Schriftführer und Stabführer. Außerdem schrieb er die Musikerchronik bis zum Gründungsjahr 1922 zurück.

Alfred Kreil war von 1942 bis 1998 Flügelhornist und Trompeter. Er übte seine Ämter 8 Jahre als Obmannstellvertreter und 6 Jahre als Obmann aus.

Unser gschätztes, langjähriges Mitglied ist am 03. April 2004 verstorben. Wir werden Dir ein ehrendes Andenken bewahren!

Ehrenmitglied Josef Huber (Sollinger) war 40 Jahre Mitglied und fungierte einige Jahre als Kassier.

Leider ist er am 15. Dezember 2001 von uns gegangen. Wir werden Dich immer in guter Erinnerung bewahren!

Ehrenmitglied Baier Friedrich begann 1959 bei Hans Kolbenschlag Tenorhorn zu lernen bis er dann 1962 in die Musikkapelle Pischelsdorf bzw. Feldkirchen eintrat. Fünfzehn Jahre lang spielte Friedl bei der Musikkapelle Feldkirchen. Er fuhr oft mit zwei Trachten auf ein Fest und zog sich dann im Auto um.
Friedrich war außerdem viele Jahre im Ausschuss und spielte bei der ‚Hochzeitpartie' mit. Viele Verdienstmedaillen sollten Fleiß und Engagement belohnen. Nach dem Neujahranblasen 2002 wurde ihm das Ehrenzeichen in Silber verliehen und er beschloss seine Karriere als aktiver Musiker an den Nagel zu hängen. Bis heute spielt er bei Begräbnissen mit. Beim Frühjahrskonzert 2003 wurde Friedrich Baier für seine Verdienste in und rund um die Musikkapelle Pischelsdorf zum Ehrenmitglied ernannt.

Kücher Friedrich (Pollhammer), Träger des Verdienstkreuzes in Gold, war viele Klarinettist und Saxophonist unser Musikkapelle. Sechzig Jahre spielte er bei verschiedenen Tanzkapellen. Außerdem war er zwanzig Jahre im Vorstand tätig. Sein Saxophon, mit dem er beim Jubiläumskonzert 2007 das Saxophon-Solo „Singing Sax“ spielte, ist mit ca. 80 Jahren älter als er. Beim Bezirksmusikfest 2007 wurde Fritz Kücher zum Ehrenmitglied ernannt.

Josef Kücher, Träger des Verdienstkreuzes in Gold, spielte Tenorhorn und war seit 1950 aktiver Musiker. Von 1972 bis 1996 war er auch im Vorstand als Obmann-Stellvertreter, Kassenprüfer und Beirat tätig. Beim Bezirksmusikfest 2007 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.